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Jagd Bezirk Gmünd
Informationswebsite des Jagdvereins Gmünd

Brauchtum – Jägerrecht und Trophäen

 

Kleines Jägerrecht

 

Das Kleine Jägerrecht gehört der Person, welches ein Stück Schalenwild aufbricht (ausweidet). Es beinhaltet das sogenannte „Geräusch“ – dazu zählen Lunge, Herz, Leber, Milz und Nieren sowie der Feist (Fett).

Heute wird das Kleine Jägerreicht oft nicht mehr beansprucht oder nur mehr zum Teil. Das liegt daran, dass heutzutage der Verzehr von Innereien nicht mehr so alltäglich ist wie früher, wo eiweißhaltige Nahrung, sprich Fleisch, eher selten auf den Tisch kam.

 

Großes Jägerrecht

 

Als Erweiterung zum Kleinen Jägerrecht gab es früher das Große Jägerrecht. Dieses war Bestandteil der Entlohnung von Berufsjägern. Zusätzlich zum Kleinen umfasste das Große auch noch den Vorschlag und das Haupt (ohne Trophäe) des erlegten Schalenwilds.

 

Jägerrecht des Erlegers

 

Der Erleger eines Stück Wildes hat das Anrecht auf dessen Trophäe(n). Was alles zu den Trophäen gehört, wird im Punkt „Trophäen“ erklärt.

 

 

Wer ist Erleger?

 

Wer gilt als Erleger, wenn dies nicht ganz klar ist? Bei Gesellschaftsjagden kommt es nicht selten zu Diskussionen, wer der Erleger eines Stückes ist. Sofern ein Stück von mehreren Jägern beschossen worden ist, gilt folgende Grundregel:

 

Erste Kugel, letzter Schrot!

 

  • Beim Büchsenschuss ist die erste wirksam getroffene Kugel zu werten.

Eine Kugel ist wirksam, wenn das getroffene Stück flüchtet, dies aber mit einem fermen Jagdhund zur Strecke gebracht hätte werden können.

Liegt das Stück sofort im Feuer oder nach sehr kurzer Flucht, stellt sich die Frage wohl nicht.

 

  • Beim Schrotschuss steht das erlegte Stück dem Schützen zu, welcher den letzten wirksamen Treffer aus weidgerechter Entfernung angebracht hat.

Ist das Stück Wild (z.B. Wildente) bereits tödlich getroffen und es wird während des Fallens nochmals beschossen, ist dieser Schuss nicht mehr zu werten.

 

Im Streitfall entscheidet der Jagdherr bzw. Jagdleiter über den Erleger.

 

 

Trophäen

 

Wozu dienen Trophäen?

 

Die Trophäen der Jagd sind Erinnerungsstücke an Jagderlebnisse. Meist reicht ein Blick darauf und man hat die ganze Geschichte wieder vor Augen und erinnert sich wieder an Episoden aus dem Leben, welche oft schon Jahrzehnte zurückliegen.

Ebenso können sie als Dekoration oder Schmuck verwendet werden.

 

Was zählt zu den Trophäen des Schalenwilds?

 

  • Beim Rot-, Dam-, Sika- und Rehwild:

    • Geweih des Hirsches bzw. Bockes

    • die verkümmerten Eckzähne des Oberkiefers – die sogenannten Grandln (ausg. Rehwild)

    • beim Rothirsch der Hirschbart (Grannen der Winterdecke am Träger (Hals)

 

  • beim Gamswild:

    • Krucken von Bock und Gais

    • Gamsbart vom Rückenhaar des Bockes im Winterhaar

    • Gamskugeln (Bezoarsteine) im Pansen

 

  • beim Mufflon

    • Schnecken des Widders

 

  • beim Schwarzwild

    • Keilerwaffen (Hauer u. Haderer)

    • Haken der Bache

    • Saubart aus den Kammborsten

 

  • bei jedem Schalenwild

    • gegerbte Decke bzw. Schwarte als Vorleger oder Dekoration

    • Vorschlag-, Teil- oder Ganzpräparte

 

Welche Trophäen haben kleines Haarwild?

 

  • Hasen

    • Hasenbart aus den Schnurrhaaren mehrerer Hasen

 

  • Murmeltier (ebenso Biber, Nutria, Bisamratte)

    • Nagezähne für Anhänger, Jagdschmuck oder Hutfassungen

    • Schwarte gegerbt

    • Ganzkörperpräparate

 

Welche Erinnerungsstücke hat das Haarraubwild?

 

  • Fuchs (und anderes Haarraubwild)

    • Fangzähne für Schmuck oder Hutfassungen

    • Schädel ausgekocht

    • Winterbalg gegerbt

    • Ganzkörperpräparat

 

  • Dachs

    • Bart aus den Rücken-Grannen der Winterschwarte

    • Schwarte gegerbt

    • Zehen für Hutfassung

    • Grannen als gebundenes „Dachsenrad“ auch für den Hut

 

Welche Trophäen gibt es beim Federwild?

 

Erlegtes Federwild, vor allem aber Auerhahn, Birkhahn, Haselhahn und Schnepf, werden meist zu Ganzkörperpräparten gefertigt, beim Auer- und Birkhahn auch als Stoß- bzw. Stingelpräparat. Auch als Stillleben (kopffallend) eignen sich Federwildpräparate hervorragend. Aber auch nicht so selten zur Strecke gebrachtes Federwild, wie z.B. ein Stockerpel oder Fasanenhahn, hat einen besonderen Reiz als Ganzpräparat.

 

Weitere Trophäen sind:

 

  • beim Schnepf

    • Schnepfenbart – sitzt über dem Steiß an der Bürzeldrüse und wird in Hülsen gefasst

    • Malerfederchen als Hutschmuck – hierbei handelt es sich um die verkümmerten, spitzen, harten, ersten Federn am Schwingenbug

 

  • bei Wildenten-Erpeln

    • geringelte Erpelhaken am Stoß als Hutschmuck

    • (auch Erpellocken, Schneckerl oder Gringel genannt)

 

Generell können Federn jedes Federwildes als Erinnerungszeichen verwendet werden.

(z.B. blau-schimmernde Federn des Eichelhähers)

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